Der Pfarrer mit dem grünen Daumen

Pfarrer Günztel vor dem PfarrhausGattendorf. „Wo gibt es das sonst, dass sich ein Pfarrer schon weit vor dem Dienstantritt um den zukünftigen Garten kümmert?" sagte Dekan Saalfrank bei der Einführung von Pfarrer Jens Güntzel in der Kirchgattendorfer Kirche. Die Gemeinde habe sich einen Geistlichen gewünscht, der das Pfarrhaus mit neuem Leben erfüllt - und eben auch den großen Pfarrgarten hegt und pflegt. Nach nur zehn Monaten Vakanz zieht nun Pfarrer Güntzel mit seiner Familie von Schwarzenbach am Wald nach Gattendorf um.

Große Freude darüber äußerten Landrat Dr. Oliver Bär sowie Bürgermeister Stefan Müller und Vertreter des Kirchenvorstands von Gattendorf. Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Gemeinde hätten das kirchliche Leben in Gattendorf auch während der Vakanzzeit gestaltet, erläuterte Dekan Saalfrank. „Gemeinsam geht's besser", sagte er. „Und nicht dadurch, dass einer oder wenige sich abmühen." Vertretung hatten in der Zeit der unbesetzten Pfarrstelle unter anderem Pfarrer Frank Knausenberger aus Tauperlitz sowie aus Hof Pfarrer Hans-Christian Glas und Pfarrerin Anette Jahnel. Letztere machte der Pfarrfamilie ein passendes Geschenk für ihren neuen Wohnort, den sie „Gartendorf" nannte: Gartenlimonade.

Das Ensemble von Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus samt großzügigen Grünanlagen wurde beim Einführungsgottesdienst mehrfach als „Kleinod" bezeichnet. Eine Neuigkeit verkündete dagegen Mechthild Fröh, Gemeindereferentin der Katholiken in Hof: Nach ihren Worten werden die beiden Pfarreien St. Konrad und St. Marien fusionieren und dann den Namen „Lichtenberg" tragen – benannt nach dem Märtyrer Bernhard Lichtenberg, der 1943 in Hof verstorben ist. Fröh überreichte Pfarrer Günztel ein Buch über Lichtenberg und betonte das gute ökumenische Klima im Raum Hof.


"Weil niemand Gaben für sich selbst hat, kommt es darauf an, sie für Gott und die Mimenschen einzusetzen", sagte Dekan Saalfrank in seiner Ansprache. Pfarrer Güntzel jedenfalls wird seine Gaben nicht nur in der Kirchengemeinde einsetzen, sondern auch in der Altenheimseelsorge im Dekanat Hof. Er wird schwerpunktmäßig ein Heim in Hof seelsorgerlich betreuen, in anderen Einrichtungen regelmäßig Gottesdienste halten und die Aufgaben in der Seelsorge in 13 Alten- und Pflegeheimen koordinieren.

„Dass es regelmäßige kirchliche Angebote gibt – unter ihnen auch spezielle Andachten für demente Menschen – ist wichtig", so Saalfrank. Gerade ältere und pflegebedürftige Menschen müssten spüren, dass sie nicht vergessen sind – auch von ihrer Kirche nicht. Die Kombination von Gemeindearbeit und Altenheimseelsorge habe Güntzel gereizt. „Sie müssen als Pfarrer mit Ihren Kräften auch haushalten. So, dass Sie gerne in der Gemeinde und der Altenheimseelsorge tätig sind", sagte Dekan Saalfrank.

Mehr Bilder - von Helmut Steinhäußer - sehen Sie hier.  Das Bild zeigt Pfarrer Güntzel vor dem Pfarrhaus.