Übertragungen aus Hofs evangelischer Hauptkirche haben Pilotcharakter
Hof. Seit fünf Jahren werden Gottesdienste aus der Hofer Michaeliskirche live übertragen. Bereits am zweiten Sonntag nach dem Corona-Lockdown hat der damalige Dekan Günter Saalfrank am 22.März 2020 eine Andacht live auf Youtube gesendet. Mit erstaunlicher Resonanz: 2300 Personen haben sich die Übertragung aus der größten evangelischen Kirche Oberfrankens angesehen.
Die Hofer Michaeliskirche wurde zu einem Vorreiter im Blick auf digitale Verkündigung. Während in den ersten Monaten die Technik für die Online-Gottesdienste jeden Sonntag auf- und abgebaut werden musste, wurde sie Ende 2020 fest installiert. Die beiden Veranstaltungstechniker Christian Herrmann und Christian Saalfrank machten das historische Gotteshaus fit für die digitale Zukunft. Drei Kameras und verschiedene Richtmikrofone wurden angebracht, eine ehemalige Loge wurde zum Technikraum umgebaut – mit Kamerasteuerung. Bild- und Tonmischpulten und einem PC-Platz für Videoeinblendungen. Dank der Technik werden seitdem nicht nur Gottesdienste live übertragen, sondern auch Konzerte und andere Veranstaltungen.
„Sicher gab es auch in anderen Kirchengemeinden zu Corona-Zeiten Online-Angebote, doch viele stellten nach Ende der Pandemie ihre Übertragungen wieder ein“, meint Veranstaltungstechniker Christian Herrmann. Die Michaeliskirche dagegen sei bis heute online. Im Schnitt gebe es 250 Zugriffe auf einen übertragenen Gottesdienst. Nicht nur aus der Region, sondern auch aus unseren Nachbarländern, wie Österreich, Italien, Frankreich, … bis nach Übersee aus den USA oder Japan. Apropos Ausland: Bei der Verabschiedung des früheren Dekans Günter Saalfrank verfolgten Christen aus dem Partnerdekanat im Norden Malaysias den Gottesdienst live mit.
Christian Herrmann, der mit einem kleinen Team die Online-Übertragungen aus der Hofer Michaeliskirche betreut, zieht nach fünf Jahren eine positive Bilanz. „Die digitale Technik hat einen festen Platz bei uns gefunden. Aus dem anfänglichen Provisorium ist ein Angebot mit festem Nutzerkreis geworden.“ Das Gotteshaus sei so zu einer „Kirche mit großer Reichweite“ geworden. Wichtig sei ihm dabei auch die Möglichkeit der Teilhabe, die so geschaffen wurde. Viele Menschen, die nicht mehr selbst in die Kirche kommen können, haben so die Möglichkeit, unsere Gottesdienste mitzufeiern. „Wir haben diesbezüglich auch einige Rückmeldungen aus Wohngruppen und Pflegeeinrichtungen erhalten, die dieses Angebot regelmäßig nutzen“, so Christian Herrmann.